… weil Anregungen, Ideen und Mut notwendig sind … (Dachverband Selbsthilfe Kärnten)

Selbsthilfegruppen am Beispiel Kärnten (Österreichübersicht)
Der Dachverband Selbsthilfe Kärnten – Dachverband für Selbsthilfeorganisationen im Sozial- und Gesundheitsbereich, Behindertenverbände bzw. –organisationen – ist ein gemeinnütziger, parteiunabhängiger Verein, der seit 1990 die Aktivitäten und Entwicklungen im Selbsthilfebereich unterstützt.
Finanziert wird die Organisation u.a. aus Mitteln des Landes und auch aus Spenden. Ohne den Einsatz der  ehrenamtlichen Helfer und Mitwirkenden wäre  ein Betrieb jedoch nicht möglich!

Der Dachverband nimmt somit eine wichtige Mittlerrolle zwischen dem professionellen Sozial- und Gesundheitsbereich sowie den Bedürfnissen und Anliegen der sich selbst verwaltenden Selbsthilfegruppen wahr. Für Kärnten finden Sie eine Gesamtliste aller SH Gruppen hier.  Sponsoren und Spenden sind herzlich willkommen (und notwendig).
Spendenkonto: IBAN AT91 3900 0000 0112 2498, lautend auf „Selbsthilfe Kärnten – Fördertopf

In der Realität sind die Selbsthilfegruppen oft die einzige Stütze von Betroffenen sowie deren Angehörige, da die (Nach-)Versorgung mit Psychologen (nicht nur) bei uns mehr als dürftig ist und bereits jetzt  bei Kleinkindern eine kontinuierliche Versorgung nicht möglich ist (siehe Mini-Ambulatorien unter Druck).

Alleine in Kärnten werden in rund 180 Selbsthilfegruppen (unterstützt durch das Land Kärnten und die GKK) über 15.000 Menschen betreut bzw. finden dort Raum zur Kommunikation mit Gleichgesinnten. Als Tropfen auf den heißen Stein sind sie zwar nicht des Problems Lösung, doch ein wichtiger Bestandteil am Weg nach vorne – heraus aus der Krankheit!

Was für den Patienten am Ende jedoch meist übrig bleibt sind Versprechen und Zusicherungen – als Beispiel dazu dienen Fundstücke aus dem nichts vergessenden Internet. Es ist dies keine vollständige Sammlung sondern nur einige Beispiele, die zeigen sollen, dass die Problemaik sehr wohl bekannt ist und letztlich doch die nachhaltigen Taten (aus welcvhen Gründen auch immer) fehlen.

Politische Willenserklärung und der Zahn der Zeit:

Im Koalition-Regierungsprogramm 2018 – 2023 von Kärnten steht auf Seite 25/26 folgendes zu lesen (vermutlich in anderen Bundesländern ähnlich):

Die Präventions-, Sensibilisierungs- und Aufklärungsarbeit steht auch im Bereich der psychischen Erkrankungen im Mittelpunkt: Psychische Erkrankungen wurden jahrhundertelang tabuisiert, dann jahrzehntelang als Krankheiten zweiter Klasse angesehen.
Heute weiß man, dass Depressionen und Co. inzwischen Volkskrankheiten geworden sind und bis 2030 die Nummer eins bei Erkrankungen sein werden. Mit dem Psychiatrieplan 2020 wurde in der abgelaufenen Legislaturperiode ein entsprechendes Vorsorgekonzept entwickelt: Dieses ist nun Schritt für Schritt umzusetzen.
Mit dem Psychiatrieplan 2020 wird Kärnten auf zwei Ebenen handeln: Einerseits auf der Präventionsebene, andererseits auf der Behandlungsebene. Wesentlich ist eine Qualitätssteigerung der außerstationären psychiatrischen Versorgung im Kinder, Jugend- und Erwachsenenbereich. Eines darf nicht außer Acht gelassen werden: Psychische Erkrankungen – sprich Erkrankungen der Seele – nehmen auch bei Kindern und Jugendlichen (dramatisch) zu.

Mit Alkohol 2020 wird ein Konzept umgesetzt, das die ambulante Behandlung von alkoholkranken
Kärntnerinnen und Kärntnern – sprich ein Entzug ohne lange stationäre Aufenthalte – ermöglicht. Angebunden wird die Behandlung an die beiden im Psychiatrieplan beschriebenen Ambulatorien in Klagenfurt und Villach.

Erarbeitet wird eine Suizidstrategie für Kärnten, nicht zuletzt, weil das Bundesland eine der höchsten Suizidraten österreichweit aufweist. Depression geht oft dem Suizid voraus, laut WHO-Prognose wird Depression zur Erkrankung Nummer eins; Das Projekt „Kärntner Bündnis gegen Depression“ soll darum über die „Gesunden Gemeinden“ angeboten werden.

Gesundheitsbericht Kärnten – 2009
4.6.1 Psychische Gesundheit in Kärnten
In zumindest jeder vierten Familie lebt in Europa eine Person, die eine psychische Störung hatte.
Weiters geht die WHO davon aus, dass jede/r Fünfte irgendwann in seinem Leben eine Depression
bekommen wird. Derzeit machen psychische Krankheiten 12 % der Krankheitslast aus, bis zum Jahr
2020 soll dieser Anteil auf 15 % ansteigen (WHO, 2003, S.1). Es wird davon ausgegangen, dass in
Kärnten derzeit mindestens 39.000 Menschen an einer behandlungsbedürftigen Depression leiden,
das entspricht rund 6,9 % der Bevölkerung (Eisner, 2008, S. 4).

Kronen Zeitung 11.02. 2018
7600 Krankenstände wegen Depressionen und Burnout
Immer mehr Arbeitnehmer bleiben in Kärnten wegen Burnouts oder Depressionen wochenlang vom Arbeitsplatz fern. Im Vorjahr wurden bereits 7603 Fälle (4405 Frauen und 3198 Männer) bei der Krankenkasse gemeldet. Laut Experten suchen sich viele Betroffene zu spät Hilfe, obwohl es ausreichend Beratungsstellen gibt………  In Kärnten gebe es ausreichend Beratungsstellen, auch bei der Krankenkasse. Doch viele würden erst zu spät Hilfe in Anspruch nehmen. Wenig: „Man darf halt nicht warten bis man nicht mehr kann!“

Kleine Zeitung 7. September 2017
In Kärnten und der Steiermark gibt es die meisten Suizide. Gesundheitsreferentin will das nicht länger verschweigen und setzt Maßnahmen dagegen.
1260 Menschen nehmen sich in Österreich jährlich das Leben. Somit gibt es zweieinhalb Mal mehr Suizidtote als Verkehrstote. „Trotzdem wird über dieses Thema nicht gesprochen. Während über tödliche Verkehrsunfälle sehr wohl geredet wird“, sagt Landeshauptmann-Stellvertreterin und Gesundheitsreferentin Beate Prettner (SPÖ). Allein in Kärnten starben im Vorjahr 119 Menschen durch Suizid. In unserem Bundesland und in der Steiermark nehmen sich am meisten Menschen das Leben, so Prettner. 2015 hatte Kärnten, umgerechnet auf die Bevölkerungszahl, die höchste Suizidrate Österreichs.

ORF Kärnten 7.9.2017
Psychotherapie auf Krankenschein
….
2016 begingen 119 Kärntner Suizid, drei Viertel davon Männer. Hauptursache ist eine Depression, unabhängig von Alter oder Beruf. An Selbstmord sterben in Österreich zweieinhalb Mal so viele Menschen wie durch Verkehrsunfällen.
Das Land Kärnten schloss sich als drittes Bundesland nach Tirol und Niederösterreich dem „Bündnis gegen Depression“ an. Eine Zentrale Maßnahme ist die Einrichtung einer Suiziddatenbank, um wissenschaftliche Ursachenforschung zu betreiben. Bis zum Jahr 2020 soll die Flächendeckende psychiatrische Versorgung – Psychotherapie auf Krankenschein – in allen Bezirken gewährleistet sein, so Gesundheitsreferentin Beate Prettner (SPÖ). Das werde nicht von Betroffenen bezahlt, auf Dauer sei das nicht leistbar. Das wolle man auch in Kärnten mit Ambulatorien lösen. Am 14. September findet eine Fachtagung zur Suizidprävention in Klagenfurt statt, außerdem sollen Schulen sensibilisiert werden.

APA – Aussendung SPÖ Kärnten 23/02/2018
….Das Zitat „Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts“ würde gesundheitspolitisch alles sagen – nämlich, welchen hohen Stellenwert die Gesundheit und damit die Gesundheitspolitik habe, erklärte Gesundheitsreferentin Beate Prettner. Für die Kärntner SPÖ stehe der Mensch im Mittelpunk. Daher heiße das Motto der sozialdemokratischen Gesundheitspolitik „beste medizinische Versorgung für alle und zwar wirklich für alle, d. h. ohne Altersunterschiede, ohne Klassenunterschiede, ohne Einkommensunterschiede“, so Prettner.
…. „Für die kommenden Jahre sind in den wesentlichsten Bereichen die Weichen bereits gestellt“, betonte die Gesundheitsreferentin. Investitionen in der Höhe von 260 Millionen Euro seien für die Weiterentwicklung der Krankenhäuser bis 2022 fixiert; auch der Psychiatrieplan 2020 sei in Umsetzung – „er wird Kärnten flächendeckend mit psychischen Präventions- und psychischen Therapieangeboten versorgen. Es muss uns nämlich bewusst sein: Psychische Erkrankungen werden die neue Nummer eins der Erkrankungen sein“, so Prettner.„Für die kommenden Jahre sind in den wesentlichsten Bereichen die Weichen bereits gestellt“, betonte die Gesundheitsreferentin. Investitionen in der Höhe von 260 Millionen Euro seien für die Weiterentwicklung der Krankenhäuser bis 2022 fixiert; auch der Psychiatrieplan 2020 sei in Umsetzung – „er wird Kärnten flächendeckend mit psychischen Präventions- und psychischen Therapieangeboten versorgen. Es muss uns nämlich bewusst sein: Psychische Erkrankungen werden die neue Nummer eins der Erkrankungen sein“, so Prettner.

Presseaussendung April 2010 – LHStv. Peter Kaiser
…. Allein in Kärnten leiden rund sieben Prozent der Bevölkerung, also 39.000 Betroffene, an einer behandlungsbedürftigen Depression  Dazu verweist eine aktuelle Studie der WHO (Weltgesundheitsorganisation) darauf, dass Depressionen schon an vierter Stelle der häufigsten Erkrankungen rangieren, aber bereits 2020, nach Herz-Kreislauferkrankungen die am weitesten verbreitete gesundheitliche Beeinträchtigung sein werden…
„Es ist mehr als notwendig, dass wir Depressionen als ernsthafte Erkrankung wahr nehmen und vorbeugend gegen sie antreten“, betonte Gesundheitsreferent LHStv. Peter Kaiser. Depressionen können vielfältige Ursachen haben und jeden von uns treffen. So gelten besonders Alltagsbelastungen wie etwa zwischenmenschliche Probleme, Überforderung, Zeitdruck, aber auch Unterforderung und Isolation als Entstehungsursachen. „Wie bei jeder anderen Krankheit, ist auch bei Depressionen die Gesundheitsvorbeugung ein zentrales und wichtiges Element“, so Kaiser.

(LHStv. Peter Kaiser – Oktober 2011)
„Es ist mir ein großes Anliegen im Rahmen meiner Funktion als Gesundheitsreferent die öffentliche Aufmerksamkeit auf die Wichtigkeit des seelischen Wohlbefindens der Kärntner Bevölkerung zu richten. Depressionen sind real und allgegenwärtig. Wir sollten und werden gemeinsam vorbeugend dagegen vorgehen!“

Webseite Obex-Mischitz – 10.10. 2017 und auch APA Aussendung
….. Studien der WHO zeigen, dass im Jahr 2030 die Depression die weitverbreitetste psychische Erkrankung sein wird. Wir reagieren bereits heute und erarbeiten ein effizientes, modernes und zukunftsfittes Leistungspaket zum Wohl der Patientinnen und Patienten. Der Psychiatrieplan 2020 vernetzt bestehende Strukturen, umfasst präventive Angebote und sorgt für eine deutliche Aufrüstung in den Krankenhäusern: Etwa die Einrichtung von zwei vollwertigen psychiatrischen Abteilungen in Klagenfurt und Villach bis 2020 und neue Akzente im ambulanten Betrieb. Wir streben also eine flächendeckende Versorgung für ganz Kärnten an – denn die Gesundheit der Kärntnerinnen und Kärntner liegt der SPÖ mit Landeshauptmann Peter Kaiser am Herzen“, schließt Obex-Mischitz.

LHStv. Peter Kaiser 19.10.2012
….. Im Rahmen des Pressegesprächs machte Kärntens Gesundheitsreferent LHStv. Peter Kaiser deutlich, dass Burn out und Depression auch in Kärnten zunehmen. Jeder 3. Kärntner litt im Jahr 2011 an einer vorübergehenden psychischen Erkrankung, wobei Depressionen neben Angst und Sucht vorrangig sind. Kaiser: „Mir ist es wichtig, bereits frühzeitig Maßnahmen zur Verbesserung der psychischen Gesundheit zu setzen und damit eine Erhöhung der Lebensqualität der Kärntnerinnen und Kärntner zu erreichen.“

Teilen und auch andere informieren! Mitmachen und das Projekt unterstützen.