Für Menschen mit psychischen Erkrankungen in Kärnten

Depression ist laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit geschätzten 30 Millionen Betroffenen weltweit eine der häufigsten psychischen Erkrankungen. 16 bis 20 von 100 Menschen erkranken irgendwann in ihrem Leben mindestens einmal an einer depressiven Erkrankung. 6,5 Prozent der erwachsenen österreichischen Bevölkerung leiden zu einem bestimmten Zeitpunkt an einer depressiven Erkrankung. Frauen sind mit 6,8 Prozent häufiger betroffen als Männer mit 6,3 Prozent. 2016 begingen 119 Kärntner Suizid, drei Viertel davon Männer. Hauptursache ist eine Depression, unabhängig von Alter oder Beruf. An Selbstmord sterben in Österreich zweieinhalb Mal so viele Menschen wie durch Verkehrsunfällen. 2018 waren es in Kärnten  90 Männer und 21 Frauen.

In Kärnten sind aktuell rund 40.000 Menschen von Depression bzw. psychischen Erkrankungen betroffen. Zwei Drittel aller medizinischen Reha-Geldbezieher in Kärnten – rund 1.500 Personen – seien aufgrund psychischer Erkrankungen oder Behinderungen vorübergehend arbeitsunfähig. Die Dunkelziffer ist vermutlich um einiges höher, da nicht jede Depression auch als solche erkennt wird.

Kärntens Anwältin für Menschen mit Behinderung, Isabella Scheiflinger meint dazu folgendes: “Betroffene fordern mehr Mitsprache, gesetzliche Chancengleichheit und ausreichende Unterstützungsangebote”.
Einer Gleichstellung von Menschen mit psychischer Behinderung und jenen mit körperlicher Behinderung wird nach wie vor von der Politik eine Absage erteilt bzw. schweigen sich die Verantwortlichen wie immer aus. Außerdem gebe es zu wenig Kassen- sowie Fachärzte und leistbare Therapieplätze. Der Psychiatrieplan des Landes, der vor drei Jahren präsentiert wurde, sehe zwar eine flächendeckende Versorgung vor, passiert sei aber bisher kaum etwas, so Scheiflinger. (Quelle ORF)
Die Verantwortlichen im Land Kärnten – allen voran LHStv.in Beate Prettner (selbst Ärztin) – haben sich in den letzten Jahren immer wieder zu hochmotoivierten Aussagen hinreißen lassen, doch eine entsprechende Handlungsweise fehlt. Selbst der Um- bzw. Neubau der Psychiatrischen Abteilung im LKH Klagenfurt wird daran nichts ändern. Ganz im Gegenteil, doch die Einwände werden nicht gehört sondern die Politik beklatscht sich gegenseitig und die Medien tun ihr übriges damit alles rosarot aussieht.

Als Beispiel dazu ein Bericht aus dem Jahr 2017/ORF:
Bis zum Jahr 2020 soll die Flächendeckende psychiatrische Versorgung – Psychotherapie auf Krankenschein – in allen Bezirken gewährleistet sein, so Gesundheitsreferentin Beate Prettner (SPÖ).

Eine psychische Behinderung (auch seelische Behinderung) bezeichnet eine dauerhafte und gravierende Beeinträchtigung der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Teilhabe einer Person aufgrund von Symptomen einer psychischen Störung oder deren möglichen Folgen wie beispielsweise Arbeitslosigkeit, Verlust von Wohlstand und sozialen Kontakten. Anders als viele Körperbehinderungen sind psychische Behinderungen für Dritte oft weniger sichtbar (Quelle Wikipedia)

In Villach hat sich nun ein Verein gegrundet (Voice For You), der sich eben dieser Themen annimmt. Obfrau Karin Sterling möchte mehr Bewusstsein und Verständnis für psychische Erkrankungen und Behinderungen in der Gesellschaft erreichen. Der Verein will für eine bessere Vernetzung sorgen und vor allem betroffene Menschen erreichen, die Hilfe benötigen. Regelmäßige Treffen sind geplant.

Stammtisch:
Ab 15. Jänner 2020, jeden 3. Mittwoch im Monat um 18 Uhr im Hotel Palais 26, Hauptplatz 26, 9500 Villach

Kontakt:
0677 633 251 20 , Di. und Fr. von 18 bis 20 Uhr, office@voice-4-you.at, www.voice-4-you.at

Spendenkonto: Kärntner Sparkasse, IBAN: AT372070604600001236, Kontowortlaut: voice4you

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