Laut einer Studie des Robert-Koch-Instituts (Berlin) aus dem Jahr 2013 wurde bei 6,0% der Deutschen innerhalb der letzten zwölf Monate eine Depression diagnostiziert.

Bei knapp 5 Millionen Deutsche (Frauen: 8,1%, Männer: 3,8%) wurden innerhalb der letzten zwölf Monate eine Depression diagnostiziert. Im Laufe eines Lebens bekämen 11,6% (knapp 10 Millionen Menschen; Frauen: 15,4%, Männer: 7,8%) mindestens einmal die Diagnose gestellt. Ob man Depressionen darum eine “Volkskrankheit” nennen sollte, sei dahingestellt. Eines ist auf jeden Fall klar – Es betrifft Jahr für Jahr sehr viele Menschen, davon einen großen Teil leider nicht zum ersten Mal.

Eine depressive Störung liegt dann vor, wenn mindestens fünf der folgenden neun Symptome mindestens zwei Wochen lang anhalten. Wenigstens eines der ersten beiden Symptome muss zusätzlich vorhanden sein (ist auch für einen kleinen Selbsttest geeignet):

Kriterien für Depressionen, verkürzt und übersetzt nach DSM-5 (Major Depressive Disorder):

  • Depressive Verstimmung, bei Kindern oder Jugendlichen möglicherweise eine reizbare Stimmung.
  • Auffälliger Verlust des Interesses oder der Freude an Aktivitäten.
  • Signifikanter Gewichtsverlust ohne Diät oder eine Gewichtszunahme.
  • Schlaflosigkeit oder zu viel Schlaf
  • Übertriebener Bewegungsdrang oder Trägheit.
  • Müdigkeit oder Verlust von Energie.
  • Gefühl der Wertlosigkeit oder übertriebene Schuldgefühle.
  • Konzentrationsschwierigkeiten oder Entscheidungslosigkeit.
  • Wiederholte Gedanken an den Tod oder ein Selbstmordversuch.

Mithilfe dieser Kriterien lassen sich insgesamt 227 verschiedene Formen von Depression unterscheiden werden und es wird sofort klar, dass es sich hierbei um eine sehr komplexe Krankheit handelt. Diese Komplexität ist auch ein “Streitpunkt” in der Diskussion ob psychologische Erkrankungen denn nun Erkrankung im medizinischen Sinne sind, oder biologischen Ursache haben bzw. genetisch begründet sind.

Hier finden Sie einige Artikel, die sich mit der Thematik außeinander setzen. Die Liste der sich teilweise widersprechenden Aussagen lässt sich vermutlich noch sehr lange fortsetzen. Die Verantwortung der Medien und der Politik rund um das Thema psychologische Erkrankungen und wie damit umgegangen wird steigt entsprechend! Die Diskussion ist eröffnet und die Informationen sollen anregen sich der Problematik in Hinblick auf die öffentliche Wahrnehmung und Kenntnisnahme bewusst zu werden!

Forscher bestreiten dennoch eine Zunahme psychischer Störungen, während sie weiter am Gehirnmodell festhalten.
ADHS und die Suche nach dem Heiligen Gral
Die entschuldigende Funktion der Naturwissenschaft
“Es gibt keine Schizophrenie”
The nature of psychiatric disorders
2015 in Nature veröffentliche Studie zur Genetik depressiver Störungen
Einspruch: Arbeit macht nicht depressiv! – Studie im Auftrag der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (geringe Aussagekraft)

Deutschland Barometer Depression – RBB Mediathek – wird teilweise widerlegt mit dem Gesundheitsbericht des Robert-Koch-Instituts
Sehr interessant: Ein offener Brief an die Stiftung Deutsche Depressionshilfe

Es sind natürlich auch wirtschaftliche Faktoren in alle Überlegungen mit einzubeziehen! Die Faktoren sind sehr vielfältig – genau so wie die Erkrankungen.
Die Gesamtzahl der zb. Frühberentungen in Deutschland steht auch in Verbindung mit der Finanzkrise (blaue Linie, rechte Skala). Die Zahl der Frühberentungen wegen psychischer Störungen stieg um rund 44% (rote Linie, linke Skala), die wegen Muskel- und Skeletterkrankungen sank um knapp 20% (gelbe Linie, linke Skala).
Quelle: Daten der Gesundheitsberichterstattung des Bundes.

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