Kein Suizid ohne einer Vorgeschichte. Wenn einem das Leben sinnlos erscheint…

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die International Association for Suicide Prevention (IASP) haben 2003 erstmals den 10. September als Welttag der Suizidprävention ausgerufen. Seitdem finden jährlich an diesem Datum Veranstaltungen statt, die vorwiegend von Organisationen aus dem Gesundheitsbereich bzw. der Suizidprävention veranstaltet werden.

Die WHO begründet die Ausrufung dieses Aktionstages damit, dass Suizid eines der größten Gesundheitsprobleme der Welt darstelle. Jährlich nehmen sich rund 800.000 Menschen das Leben. Das entspricht einem Suizid alle 40 Sekunden. Das bedeutet, dass jährlich mehr Menschen durch Suizid sterben als durch alle Kriege zusammen. Nicht erfasst in den Statistiken sind die unerkannten Suizide wie zum Beispiel unklare Verkehrsunfälle, heimliches Absetzen von Medikamenten oder Essensverweigerung in Altenheimen. Fast 75 % aller Suizidverstorbenen sind männlich. Auslösende Faktoren sind oft Stress, finanzielle Probleme, schwere Erkrankungen und familiäre Konflikte.

Der Aktionstag soll die Bevölkerung dafür sensibilisieren, dass Suizid ein enormes Problem der modernen Welt darstellt. Damit könnten Warnsignale früher erkannt und Berührungsängste mit diesem Thema reduziert werden. Die Zahl von 800.000 Suiziden pro Jahr wird dabei nur als Spitze eines Eisbergs betrachtet. Denn auf jeden vollendeten Suizid kommen 20 Suizidversuche. Etwa drei von vier Fällen ereignen sich in ärmeren Staaten.

Durchschnittlich sind mindestens sechs Menschen durch einen Suizid persönlich betroffen. Falls ein Suizid in einer Schule oder an einem Arbeitsplatz vorkommt, kann er sich auf mehrere hundert Menschen auswirken. (Quelle Wikipedia)

Alleine in Deutschland sterben jedes Jahr rund 600 Menschen unter 25 Jahren und 10.000 insgesamt durch den Freitod.

Daten und Fakten zu Suizid in Österreich – 2016
Im Jahr 2016 starben in Österreich 1.204 Personen durch Suizid, zweieinhalb Mal so viele wie im Straßenverkehr.
Dies entspricht einer bevölkerungsbezogenen Suizidrate von 14,5 pro 100.000 Einwohner/innen. Seit den 1980er Jahren war ein deutlicher Rückgang der Suizidhäufigkeit zu beobachten, der sich mit Beginn der weltweiten Wirtschaftskrise zwischen 2008 und 2014 stark verlangsamte. Drei Viertel der Suizidtoten sind Männer. Auch der relative Rückgang der Suizide seit 1986 ist bei Frauen deutlich stärker ausgeprägt als bei
Männern.

Die anteilsmäßig meisten Suizide werden im mittleren Lebensalter begangen (Altersgruppe 45–59 Jahre: 29 % der Suizide). Die bevölkerungsbezogene Suizidrate steigt jedoch mit dem Alter an. Das Suizidrisiko ist ab dem 75. Lebensjahr etwa doppelt, ab dem 85. Lebensjahr mehr als sechsmal so hoch wie das der Durchschnittsbevölkerung. In Österreich ist Suizid sowohl bei Männern als auch bei Frauen bis zum 50. Lebensjahr eine der häufigsten Todesursachen, in den Altersgruppen 15 bis 29 Jahre sogar die zweithäufigste.
Burgenland und Vorarlberg waren in den letzten fünf Jahren die Bundesländer mit den niedrigsten, Kärnten und Steiermark jene mit den höchsten Suizidraten. Die häufigste Suizidmethode in Österreich ist das Erhängen (44 %), danach folgen der Gebrauch von Schusswaffen (18 %), Sturz in die Tiefe (11 %) und Selbstvergiftung (10 %).   (Quelle: Sozialministerium – Bericht 2017)

Suizidtote in Österreich 2018:
Männer: 950 (Rate: 23,6)
Frauen: 259 (Rate: 5,4)

Suizidtote in Kärnten 2018:
Männer: 90 (Rate: 32,7)
Frauen: 21 (Rate: 6,5)
Gesamt: 111 (Rate: 18,6)
(Quelle: Statistik Austria)

Im Vergleich dazu Deutschland:
Nach den neuesten amtlichen Zahlen nahmen sich 2017 in Deutschland 9.241 Menschen das Leben, knapp 7.000 Männer und rund 2.250 Frauen.

Es sind schockierende Zahlen die wir in den Medien und der Öffentlichkeit meist nur am Rande mitbekommen.
Depression und seine “Nebenwirkungen” werden noch immer wie Stiefkinder behandelt. Jeder Armbruch wird besser behandelt und erhält bessere Therapien, als ein depressiver Mensch. Unzureichende Therapieplätze sind nur ein Punkt, der zwar seit Jahren (passend zu Wahlzeiten oder Gedenktagen) eifrig duskutiert wird, doch an den Taten mangelt es meist. Alleine um einen kostenlosen Therapieplatz zu bekommen (Einzeltherapie bei zb. Promente, Caritas oder AVS) muss ein Betroffener heute 12 Monate und mehr an Wartezeit rechnen. Eine Einzelsitzung kostet regulär zwischen € 70,- und € 150,- und das können sich nur die wenigsten leisten – auch wenn es bis zu € 28.- pro Sitzung an Teilrefundierung der Krankenkassen gibt. Wer krank ist, der ist meist auch arbeitsunfähig. Ein Teufelskreis, den es zu durchbrechen gilt.
Selbsthilfegruppen sind da meist nur eine schwache Hilfe und so leiden die Betroffenen und deren Familien und Angehörige unnötig lange.

Alle von Depression betroffenen Menschen sind gefordert mehr darüber zu reden und mehr in die Öffentlichkeit zu gehen. Je mehr Aufmerksamkeit und auch Verständnis die von Depression betroffenen Menschen bekommen, desto leichter wird es damit umzugehen. Schweigen führt nur in die Abwärtsspirale!

Trauriges Update/Ergänzung:
In den Medien wurde über den Präventionstag nicht berichtet! Auch haben sich keine (Landes-) Politiker dazu geäußert.

Wichtige Telefonnummern.

Telefonseelsorge: Telefon österreichweit 142
Frauen-Helpline 0800 222 555, www.frauenhelpline.at
Hotline für gewaltbetroffene Kinder 0800 240 268
Rat auf Draht 147 (kostenlos & anonym)
AIDS-Hilfe Wien 01 599 37
Essstörungs-Hotline 0800 20 11 20
Kinderschutzzentrum Wien 01 526 18 20
Kältetelefon (Caritas) 01 480 45 53

Telefonseelsorge Deutschland
 0800 111 0 1110800 111 0 222

Telefonselsorge Schweiz 143

600 LEBEN 2016
Aktion zum Welttag der Suizidprävention

„Ich habe das Licht erlebt!“ | Nahtoderfahrungen als Suizid-Prävention • Dokumentation

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